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Bewertungen
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von Nicole (Veröffentlicht am 23.08.2025)
Großartig
Dieses Buch von Timothy Keller hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich hätte nicht gedacht, dass man aus der eigentlich kurzen Geschichte von Jona, derart viel herauslesen und lernen kann. Ich bin begeistert!
Erstmal ist es wichtig zu erwähnen, dass Timothy Keller dieses Sachbuch lebendig und bildlich geschrieben hat. Wichtige Themen wie Rassismus, Vorurteile, und die Erwartungen der Menschen Gott gegenüber, werden hier auf eine tolle und verständliche Weise dargestellt. Auch die Erkenntnis, dass unserere Gehorsamkeit und unser Gottvertrauen immer, und tatsächlich in jeder Hinsicht, unserem Wohl dienen, ist hier einfach und verständlich erklärt. Jona hatte Angst. Dass Angst kein guter Berater ist, ist ja bekannt. Aber dürfen gläubige Menschen Angst haben und zweifeln? Und kann es sein, dass wir aus unseren Ängsten, Sorgen und Problemen gestärkt herausgehen? Und warum hat Gott die Menschen aus Ninive nun doch verschont? Wo doch Jona ihnen gesagt hat, dass ein großes Unglück sie erwarten würde. Seiner Meinung nach auch verdient. Aber Gott handelt barmherzig. Das ist doch wunderbar! Oder doch nicht?
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es ist eines der besten Sachbücher, welches ich in der letzten Zeit gelesen habe. Absolute Leseempfehlung meinerseits! -
von Henrik (Veröffentlicht am 27.03.2021)
Mehr als nur ein Fisch
Eine der wohl bekanntesten Bibelgeschichten ist die des Propheten Jona. Der große Fisch, der den Propheten vor dem Ertrinken rettete, ist jedoch nicht das Hauptthema des alttestamentlichen Buches. Autor und Pastor, Timothy Keller, zeigt in „Jona“ die unverschämt barmherzige Seite Gottes auf.
Timothy Keller ist durch seinen pastoralen Dienst in der Redeemer Presbyterian Church in New York City bekannt geworden. Zusammen mit seiner Frau Kathy gründete er diese Gemeinde im Herzen New Yoirks, die wiederum 250 Kirchengemeinden in 48 Städten bis heute aufgebaut hat. 2005 gründete er zusammen mit dem Neutestamentler D. A. Carson The Gospel Coalition. Gemeinsam mit John Piper, Erwin Lutzer uvm. engagiert sich Keller für die Weitergabe des biblischen Evangeliums. Er gilt als Vordenker und Pionier eines zeitgenössischen, urbanen Christentums, das für den beruflichen und kulturellen Kontext seiner Umgebung Interesse und Wertschätzung zeigt, auf deren Bedürfnisse eingeht und unkonventionelle und doch angemessene Antworten gibt.
Im vorliegenden Buch fasst Keller seine Erkenntnisse aus dem alttestamentlichen Prophetenbuch zusammen. „Die Zahl der Themen darin ist eine Herausforderung für den Ausleger“. Nicht umsonst gibt es Berge gelehrter Abhandlungen über das Buch Jona, die die Tiefe dieser Geschichte, ihre zahlreichen Bedeutungsebenen und das, was sie uns über das Leben und das Herz des Menschen zu sagen hat, aufzuschließen versuchen.
Die ersten christlichen Kommentatoren, wie Hieronymus und Augustinus, verstanden Jona typologisch, d. h. sie sahen in ihm ein Vorbild auf Christus. In der Reformation legte man den Fokus mehr auf Jona, den Juden, der – wie Israel – das Evangelium nicht begriffen hatte. Seit der Aufklärung wollte man die Plausibilität der Geschichte ergründen. Eine neuere Auslegungslinie verfolgt den literarischen Ansatz, in dem das Buch oft als Satire oder Komödie klassifiziert wird.
Der Verfasser selbst hat drei Mal Vers für Vers durch das Buch Jona im Laufe seines Dienstes gepredigt. „Der sorgfältige Leser entdeckt dabei ein geniales, meisterhaft gestaltetes literarisches Werk“. Keller ist der Überzeugung, die Bibel ist wortwörtlich zu verstehen und deshalb sieht er in den Wundern keine Verständnisschwierigkeiten. „Nichts in dem Text deutet darauf hin, dass sein Autor den Wunderbericht einfach erfunden hat“. Für den Autor ist klar, dass „das Buch Jona uns viel zeigen kann über Gottes Liebe zu Menschen und Gesellschaften außerhalb der Gemeinschaft der Gläubige“. Deshalb ist er auch der Überzeugung, dass der Schwerpunkt des Buches kein soziologischer, sondern ein theologischer ist. „Jona will einen Gott nach seinem eigenen Bild haben, […]. Der wahre Gott ist für ihn ein Rätsel, weil er Gottes Gnade und Gottes Gerechtigkeit nicht zusammenbringen kann“. Keller legt das Buch daher auch vor dem Hintergrund aus, dass das Buch selbst wie ein Kapitel der gesamten Bibel zu lesen ist, dass die Haupthandlung von Gottes Heilsgeschichte ein wichtiges Stück vorantreibt.
In seinen Ausführungen bezieht er viele historische und kulturelle Aspekte mit ein, formuliert praktische Anwendungen für den Gläubigen des 21. Jahrhunderts und veranschaulicht diese durch Beispiele und Anekdoten. Immer wieder bezieht er dabei auch das Jesus-Gleichnis der „zwei verlorenen Söhne“ aus dem Lukasevangelium mit ein, da Jona – so Keller – beide Söhne repräsentiert. „Nur dann, wenn wir Leser dieses Evangelium von der unverschämten Gnade Gottes wirklich begreifen, werden wir weder grausame Tyrannen werden, wie die Leute von Ninive, noch fromme Pharisäer wie Jona, sondern Männer und Frauen, die sich vom Heiligen Geist verändern lassen und Christus immer ähnlicher werden“.
Das Buch richtet sich an Menschen, die eine christliche Sozialisierung erfahren haben und aktiv im Glauben verwurzelt sind. Denn Jona stehet für viele Christen von heute, die sich mit aktuellen Entwicklungen schwer tun, in Stürmen des Lebens stecken und Gottes Gnade beschneiden.
Kellers Erkenntnis aus dem alttestamentlichen Werk gelten Gottes Leidenschaft für die Ausgegrenzten und den Kampf für soziale Gerechtigkeit, aber vor allem der unverschämt barmherzigen Gnade Gottes, die uns heute - genauso wie damals den Propheten - herausfordert.
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