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Bewertungen
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von Manfred (Veröffentlicht am 18.06.2024)
fundiert und gut lesbar
Mit dem Kreuz, einem der wichtigsten Themen des christlichen Glaubens, haben viele Menschen Schwierigkeiten. Dieser Sammelband beleuchtet verschiedene Aspekte des Kreuzes aus biblischer Sicht, beschreibt kirchengeschichtliche Entwicklungen und aktuelle Debatten und bringt im dritten Teil praktische und seelsorgerliche Impulse zur Kraft des Kreuzes in unserem Leben. Da es sich um 18 Einzelbeiträge von überschaubarer Länge handelt, ist das Buch gut lesbar.
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von U. Wendel (Veröffentlicht am 16.03.2024)
Weite und Zentrum des Kreuzes entdecken
Manche theologischen Debatten berühren direkt den Kern des Glaubens. Dazu gehört die Frage, welche Bedeutung der Kreuzestod von Jesus hat. Kann man ihn heute noch als Sühnopfer verstehen? Hat Jesus unsere Schuld stellvertretend getragen? Was für ein Gottesbild steht hinter diesem Verständnis von Vergebung?
In dieser Diskussion meldet sich ein Sammelband der Geistlichen Gemeindeerneuerung unseres Bundes zu Wort. Eine Autorin und 17 Autoren greifen die unterschiedlichen Aspekte der Frage in fundierten Beiträgen auf. Dabei wird eine große Bedeutungsfülle des Kreuzestodes Jesu sichtbar. Die Bandbreite der neutestamentlichen Aussagen wird entfaltet, ebenso aber auch die Relevanz von Golgatha heute. Das Leiden und Sterben von Jesus entfaltet Kraft zum Beispiel für eigene Leidenserfahrungen, für die Frage der Vergebung untereinander und für die Predigt, wenn sie die Ebene bloßer christlicher Lebenshilfe überschreiten will.
Das Herzstück des Bandes sind aus meiner Sicht die Beiträge von Uwe Swarat, Guido Baltes und Siegbert Riecker. Swarat zeichnet die theologische Kontroverse durch die letzten fünf Jahrhunderte nach und stellt die Positionen vor. Baltes weist nach, wie tief der Sühne- und Stellvertretungsgedanke in Leben und Verkündigung von Jesus verankert ist und wie eng er ins Alte Testament eingeflochten ist. Überzeugend widerlegt er die Meinung, die Sühnedeutung des Kreuzes sei nur eine Blüte unter vielen im biblischen „Blumenstrauß“ und könne zugunsten anderer Deutungen aufgegeben werden. Vielmehr bilden Vergebung, Opfer, Sühne, Stellvertretung, Lebenshingabe „für uns“ u.a. ein verflochtenes Wurzelwerk, das aufeinander bezogen ist. Weitere biblische Deutungen wachsen aus diesen Wurzeln heraus, können sie aber nicht ersetzen. Riecker stellt Missverständnisse der biblischen Opfertheologie richtig und zeigt, warum es nicht angemessen ist zu erwarten, dass Gott Schuld „einfach so“ vergibt.
Die Stärke dieses Bandes liegt darin, dass die alten Glaubensformulierungen nicht einfach wiederholt, sondern tief begründet werden. Die Beiträge verkürzen die Bedeutung des Kreuzes nicht auf ein mechanistisches Sühnopfer-Verständnis, zeigen aber die unaufgebbare Mitte des biblischen Zeugnisses auf. Deutlich wird ein Gottesbild, das nicht nur milde, nicht nur leidensbereite Züge hat, sondern auch eine Art heiliger Wucht in sich trägt.
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